Lokales SEO verbessern: was du als WordPress-VA für deine Kund:innen mitliefern kannst

Lokales SEO verbessern: was du als WordPress-VA für deine Kund:innen mitliefern kannst

von | Webdesign

Veröffentlicht am: 09.09.2026

Gastbeitrag von Katja Arndt

Kennst du das? Die Website ist fertig, alles sitzt, ihr geht live, die Kundin ist glücklich. In ihrem Kopf steckt das Bild, dass ab jetzt die Anfragen reinpurzeln, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Zwei Wochen später kommt dann die Nachricht: „Bei mir meldet sich niemand, und bei Google finde ich mich auch nicht, wenn ich nach meinem Ort suche.“

Diese Erwartung, dass die Kundschaft einem nach dem Go-live sofort die Bude einrennt, ist verständlich, stimmt aber leider nicht. Live gehen ist der Anfang, nicht das Ziel. Damit Menschen die Website überhaupt finden, muss danach noch etwas passieren, und der erste, machbarste Hebel dafür ist lokales SEO.

Einen guten Teil davon kannst du als VA gleich mitliefern, ohne SEO-Nerd:in zu sein. Es ist quasi eine Fleißarbeit mit klaren Schritten, mehr nicht. Ich zeig dir, welche Bausteine wirklich zählen und wo du in WordPress konkret was tust.

Für wen sich der Aufwand lohnt

Kurz was Persönliches, weil ich genau hier lange danebenlag: Ich bin selbst seit 2021 online unterwegs, komplett standortunabhängig. Mir ist eigentlich egal, ob eine Anfrage aus Leipzig kommt oder aus Kiel. Erst Ende letzten Jahres, in einem SEO-Kurs, ist bei mir der Groschen gefallen, dass sich lokales SEO auch für mich lohnt.

Für lokale Suchbegriffe rankst du nämlich viel leichter als für die großen, hart umkämpften Keywords. „Webdesign Leipzig“ ist machbar, „Webdesign“ allein ist ein Kampf gegen die ganze Branche. Deshalb ist lokales SEO oft der erste Hebel, den du für deine Kund:innen angehst, selbst wenn sie online arbeiten. Du fängst lokal an, holst dir die ersten Rankings und die ersten Anfragen, und erweiterst später auf die größeren Themen.

Am meisten bringt es natürlich bei Kundschaft mit echtem Standort oder Einzugsgebiet: die Physiotherapie um die Ecke, das Café, die Fotografin, der Handwerksbetrieb. Überall da suchen Menschen mit Ortsbezug, „Steuerberater Leipzig“ oder „Yoga in meiner Nähe“. („In meiner Nähe“ ist dabei kein Keyword, das du irgendwo unterbringen musst. Google weiß von sich aus, wo die suchende Person gerade ist, und gleicht das mit dem Standort deiner Kundin ab.) Aber selbst bei reiner Online-Tätigkeit lohnt sich der Blick auf den Umkreis, grob im Radius von rund 100 Kilometern. Viele Leute hängen ihren Ort automatisch an die Suche dran, auch bei Dienstleistungen, die auch remote funktionieren.

Das Google Unternehmensprofil ist dein größter Hebel

Wenn du nur eine Sache machst, dann diese. Das Google Unternehmensprofil (früher hieß es Google My Business, viele sagen das immer noch so) ist das, was rechts in der Suche und auf der Karte auftaucht. Für lokale Suchen zählt es oft mehr als die Website selbst.

So gehst du vor:

  • Beanspruche das Profil und verifiziere es. Bei der Verifizierung kann Google inzwischen einen kurzen Videonachweis verlangen, also einen Rundgang durchs Geschäft oder eine Fahrt zum Firmenschild. Plan das mit ein, das dauert manchmal ein paar Tage.
  • Trage die Kontaktdaten exakt ein: Name, Adresse, Telefonnummer. Genau so, wie sie auch auf der Website stehen. Zur sogenannten NAP-Konsistenz kommen wir gleich noch genauer.
  • Wähle eine Hauptkategorie und ein paar passende Zusatzkategorien. Die Kategorie ist einer der stärksten Faktoren dafür, bei welchen Suchen das Profil überhaupt auftaucht.
  • Wenn die Person zu ihren Kund:innen fährt, leg das Einzugsgebiet fest
  • Schreib eine ehrliche, konkrete Beschreibung, in der der Ort und die Leistung vorkommen.
  • Hinterlege Öffnungszeiten. Selbst wenn deine Kundin ein reines Online-Business ohne feste Zeiten hat, lohnt es sich, hier etwas auszuwählen. Ein vollständiges Profil kommt bei Google besser an.
  • Lade echte Fotos hoch, kein Stockmaterial, sondern beispielsweise das echte Ladenlokal, das Team und die Arbeit.

Wenn das alles steht: Super! Jetzt geht es darum, dass das Profil nicht einschläft, später übernimmt das vielleicht deine Kundin selbst oder du bietest es noch an. Google mag Bewegung, also regelmäßige Änderungen. Du könntest zum Beispiel:

  • einen Beitrag im Monat veröffentlichen
  • die Öffnungszeiten aktuell halten
  • Feiertage eintragen
  • und so weiter

Ein Profil, das gepflegt wird, rankt besser als eines, das seit zwei Jahren einfach konstant gleich ist.

Überall dieselben Daten: NAP-Konsistenz

NAP steht für Name, Adresse, Telefon (name, address, phone). Das klingt banal, ist aber ein häufiger Stolperstein. Google gleicht diese Angaben über viele Quellen ab, und wenn mal „Straße“ und mal „Str.“ dasteht oder irgendwo noch die alte Handynummer steht, wird Google unsicher, ob das alles dasselbe Unternehmen ist.

Verwende deshalb dieselben Daten auf der Website (im Footer und auf der Kontaktseite), im Google Unternehmensprofil und in ein paar seriösen Branchenverzeichnissen. Drei bis sechs gute Einträge reichen. Ich persönlich habe zum Beispiel angefangen mit Yelp, ProvenExpert, Cylex oder Trustlocal. Mehr ist nicht automatisch besser, wichtiger ist, dass die Angaben überall gleich sind.

Ein pragmatischer Move für dich als WordPress-VA (wenn du die Profile deiner Kund:innen pflegst): leg dir pro Kundin ein kleines Merkblatt an, auf dem die NAP-Daten in der finalen Schreibweise stehen. Dann tippst du sie nicht jedes Mal neu und riskierst keine Abweichung. Per Copy-Paste fügst du sie überall gleich ein.

Was auf die Kontakt- oder Standortseite gehört

Hier bist du in deinem Element, egal ob Divi oder Elementor. Ein paar Dinge sollten auf jeder lokalen Website vorhanden sein.

Die Adresse sollte als echter Text auf der Seite stehen, nicht nur als Grafik oder im Bild versteckt. Google liest Text aus, kein Bild. Nebenbei ist das auch barrierefrei, weil ein Screenreader die Adresse dann vorlesen kann. Zwei Fliegen mit einer Klappe und so.

Eine eingebundene Karte könntest du ebenfalls dazu fügen. Und falls es feste Öffnungszeiten gibt, sollten diese als Text auf der Seite stehen und aktuell gehalten sein. Nichts nervt Kundschaft mehr als falsche Öffnungszeiten.

Bring den Ortsnamen dort unter, wo er natürlich reinpasst, in der Überschrift oder im Fließtext. „Praxis für Physiotherapie in Halle“ liest sich rund und sagt Google direkt, worum es geht. Aber bitte ohne den Ort in jeden zweiten Satz zu stopfen. Das merkt man den Texten an, und schön ist es auch nicht.

Wenn eine Kundin mehrere Standorte hat, bekommt jeder Standort seine eigene Unterseite mit eigener Adresse. Quetsch nicht alles auf eine Seite.

Local SEO Pages für den Umkreis

Wenn deine Kundin in einer Region arbeitet, kannst du für jeden Ort im näheren Umkreis eine eigene Seite anlegen. Bei mir sieht das zum Beispiel so aus: eine Seite für Webdesign Leipzig, eine für Webdesign Halle. Das gilt nicht quer durch Deutschland, sondern nur für Orte, zu denen es eine echte geografische Nähe gibt. So greifst du das Suchvolumen der Nachbarorte mit ab.

Diese Seiten dürfen nur eins nicht sein: dieselbe Seite mit ausgetauschtem Ortsnamen. Genau da sparen sich viele den Aufwand, aber das mag Google definitiv nicht (Stichwort Duplicate Content). Auch wenn das Thema dasselbe ist, brauchen sie echte Unterschiede im Text und in den Bildern. Sonst sieht Google eine Kopie und ignoriert die Seite im schlimmsten Fall. Mit eigenen Formulierungen, lokalem Bezug und anderen Fotos gibst du Google das Signal: Diese Leistung gibt es auch hier, an diesem Ort. Und genau das versteht Google dann.

Bewertungen systematisch einsammeln

Rezensionen sind bei lokalen Suchen ein echter Vertrauensanker, für Google und für die Menschen, die vor der Entscheidung stehen. Die meisten Unternehmer:innen vergessen aber einfach, danach zu fragen.

Mach das Einsammeln zu einem festen Teil deines Ablaufs, statt darauf zu hoffen. Pack zum Beispiel eine kurze Bitte um eine Bewertung in jede Rechnung und ins Offboarding, wenn ein Projekt abgeschlossen ist. Ein fertiger Bewertungslink oder ein kleiner QR-Code senkt die Hürde enorm. Das kannst du deiner Kundin einmal einrichten, dann läuft es.

Zwei Dinge kommen noch dazu. Antworte unbedingt auf Bewertungen. Und beschreibende Bewertungen sind Gold wert, also welche, die sagen, was konkret geholfen hat, nicht nur fünf Sterne ohne Text. Solche Rezensionen bringen doppelt was, weil sie auch in KI-Antworten als Beleg auftauchen, wenn jemand ChatGPT oder Perplexity nach einer Empfehlung fragt. Hierfür könntest du deinen Kund:innen zum Bewertung schreiben auch bereits Fragen mit an die Hand geben.

Google Rezension auf Smartphone Bildschirm

Nices Add-On: das LocalBusiness-Schema

Wer es genauer will, ergänzt strukturierte Daten, konkret das LocalBusiness-Schema. Damit sagst du Google in maschinenlesbarer Form: Das hier ist ein lokales Unternehmen, das ist die Adresse, das sind die Öffnungszeiten.

Aus der Praxis kommt noch ein wichtiger Hinweis: Setz das Schema nur ein, wenn die Adresse wirklich zur Adresse im Google Unternehmensprofil passt. Ausgedachte oder abweichende Angaben schaden mehr, als sie helfen. Umsetzen kannst du es beispielsweise über dein SEO-Plugin der Wahl (teilweise in der kostenlosen Version) oder mit einen Schema-Generator  und einem HTML-Widget in deinem Pagebuilder. Das ist aber wirklich schon fortgeschrittener meiner Meinung nach.

Dranbleiben und schauen, ob es was bringt

Das ist ein Marathon, kein Sprint. Diesen zugegebenermaßen bereits sehr ausgelutschten Spruch kann man aber tatsächlich so auf SEO und eben auch auf Local SEO übertragen. Einmal aufsetzen und vergessen bringt wenig. Nimm dir einmal im Monat kurz Zeit und schau in die Google-Business-Insights und in die Search Console, wie die lokalen Suchbegriffe laufen. Pflege die Öffnungszeiten, veröffentliche hin und wieder einen Beitrag und reagiere auf neue Bewertungen.

Genau das ist übrigens ein schöner Baustein für eine laufende Betreuung. Viele deiner Kund:innen wollen sich darum gar nicht selbst kümmern, und du hast damit eine konkrete, sinnvolle Leistung, die du monatlich anbieten kannst.

Genau dieses lokale Fundament, also das gepflegte Profil, die sauberen Daten und die echten Bewertungen, ist auch die Grundlage, aus der die KI schöpft. Fragt jemand ChatGPT, Perplexity, Claude oder die AI Overviews von Google nach einer Empfehlung in der Nähe, ziehen die Systeme genau diese lokalen Signale heran. Du legst das Fundament einmal und bedienst damit beides, die klassische Google-Suche und die KI-Suche. Lokales SEO ist damit auch ein gutes Stück GEO.

Deine Mini-Checkliste zum Mitnehmen

  • Google Unternehmensprofil beanspruchen und verifizieren
  • NAP-Daten festlegen und überall identisch verwenden
  • Haupt- und Zusatzkategorien sauber wählen
  • Echte Fotos rein, gute Beschreibung, Ort erwähnt
  • Adresse, Karte und Öffnungszeiten als Text auf der Website
  • Ortsname natürlich in Überschrift und Text
  • Drei bis sechs seriöse Branchenverzeichnisse mit gleichen Daten
  • Bitte um Bewertungen fest in Rechnung und Offboarding einbauen
  • Optional: LocalBusiness-Schema, wenn die Adresse passt
  • Einmal im Monat Insights und Search Console checken

Das meiste davon ist keine große Kunst, sondern Sorgfalt. Und genau diese Sorgfalt macht deine Arbeit für lokale Kund:innen so wertvoll.

Als konkrete Aufgabe für dich kannst du heute einmal für dein eigenes Business checken, ob dein Google Unternehmensprofil aktuell ist und mit deinen Daten auf deiner Website und in anderen Verzeichnissen übereinstimmt. Wenn du Verbesserungspotenzial feststellst, plane es dir gleich in deinen Kalender ein. Und jetzt interessiert mich wirklich: Hast du bereits Local SEO für dich selbst genutzt? Oder sogar für Kund:innen umgesetzt?

Portrait von Webdesignerin Katja Arndt

Über die Autorin

Katja Arndt ist Webdesignerin aus Leipzig und arbeitet unter der Marke Digital mit Sinn mit sinnstiftenden Selbstständigen und kleinen Unternehmen. Sie entwickelt WordPress-Websites, die gefunden werden, barrierefrei sind und klar zum Ziel führen. Mehr von ihr gibt es auf digitalmitsinn.de.

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